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4.8.2019

Achtsamkeit und Selbstinteresse - ein Wanderführer durch Seelenlandschaften

Achtsamkeit ist ein Modebegriff geworden. Und ein Versprechen: Wenn Du „achtsamer“ mit Dir umgehst, dann wirst Du erfolgreicher sein im Leben. Da ist stellt sich doch gleich die Frage: Was ist eigentlich Erfolg? Für mich bedeutet das: „Handle so, dass die Folgen gut sind.“ Ja, und was sind jetzt gute Folgen? Mehr Geld, ein Auto, ein Haus? Das hängt vom Standpunkt des Betrachters ab: Wenn Du kein Geld, kein Auto und kein Haus hast, ist das vielleicht eine gute Idee. Wenn Du Geld hast, ein Auto und ein Haus, dann stellt sich die Frage ob das vielleicht eher ein „Luxusproblem“ ist… Ja und wie ist das jetzt mit der Achtsamkeit? Aus meiner Sicht ist der Begriff „Mindfulness“ nicht richtig übersetzt…Mindfulness bedeutet eher „volles Bewusstsein“. Das bedeutet, dass wir in diesem Zustand viele von den Informationen, die uns in jedem gegebenen Moment zur Verfügung stehen auch wirklich wahrgenommen werden. Was bekommst Du von Dir selbst in diesem Moment mit? Welche Körpergefühle werden spürbar? Welche Emotionen? Und welche Gedanken sind da?Und wie „voll“ ist denn dein Bewusstsein, also wieviel von den zur Verfügung stehenden Informationen sind Dir zugänglich?

Es gibt Menschen, die „spüren“ wie hoch ihr Blutdruck ist. Dafür haben wir Sensoren z.B. in der Halsschlagader. Normalerweise ist unserem Bewusstsein diese Information nicht zugänglich. Mit etwas Übung (z.B. Biofeedback mit kontinuierlicher Blutdruckmessung) sind auch solche Informationen zugänglich. Zwar können wir jetzt nicht direkt die beiden Blutdruckwerte (den systolischen und den diastolischen Druck) direkt bewerten, aber eine innere Einschätzung ist möglich. Überhaupt finde ich sollten wir wieder mehr spüren lernen. Aus welchen Informationen setzt sich das Gefühl zusammen, das ich als Angst kenne? Herzklopfen und ein Ziehen im Bauch… Aha… Vielleicht also auch einfach nur eine Form der Erregung, die man auch mit Neugier oder Aktivierung deuten könnte. Achtsamkeit im Sinne „vollen Bewusstseins“ könnte also helfen, das Leben von einer anderen Warte aus zu betrachten. Die unreflektierten Ziele von Höher, Schneller, Weiter zu hinterfragen und in sinnvollere Ziele zu transformieren. Und sich dafür zu achten, dass ich mein Leben in vollem Bewusstsein und Eigenverantwortung führe.

Nach meinem Persönlichkeitsentwicklungsseminar letzte Woche mit wunderbaren Teilnehmern aus allen möglichen Organisationsformen (vom Großkonzern zur selbständigen Einzelunternehmerin wurde ich als kompetenter Wanderführer in Seelenlandschaften gelobt. Darüber freue ich mich einerseits und andererseits haben alle Beteiligten ihr eigenes Navigationssystem selbst einem Update unterzogen. Ich übrigens auch bei mir - wie bei jeder Arbeit mit anderen Menschen. Selbstveränderung beginnt eben bei einem selbst, wird allerdings nur dann effektiv, wenn man sich von anderen Menschen dazu Rückmeldung und Spiegelung holt. Sonst ist die Gefahr des „self-serving-bias“ (die Tendenz sich selbst zu verstärken) einfach zu groß.Insofern wünsche ich Dir für diese Tage ein „volles Bewusstsein“ als Bergführer durch deine Seelenlandschaft und gute Freunde, die Dir ein freundlicher Spiegel sind…

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