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11.7.2008

In der Finanzkrise werden wieder andere Währungen gehandelt: Wie wäre es mit einer Investition in Respekt?

Wenn es nicht mehr nur ums Geld geht entdecken einige Menschen, Abteilungen und Unternehmen wieder andere Währungen, die in den letzten Jahren oft vernachlässigt wurde. Eine Investition in Respekt ist meiner Meinung nach die beste Altersvorsorge.

Unser Finanzsystem ist ja wirklich recht praktisch. Es ermöglicht uns, mit unseren Kernfähigkeiten auf einem (Arbeits-)Markt in Form der Tauschwährung Euros einen Gegenwert zu erwirtschaften und anschließend wieder einzutauschen. Ich möchte euch zu einem Gedankenexperiment einladen: Als Berater und Coach male ich mir mal eben aus, wie das ohne Geld gehen würde. Ich müsste beim Einkauf bei Tengelmann eine Gegenleistung direkt vor Ort erbringen: Wie wäre es also mit etwas Coaching für die Dame an der Kasse? Zugegeben: Manchmal wäre das wahrscheinlich nicht verkehrt. So im Sinne der Kundenorientierung. Die Frage ist eben, ob die Kassiererin das in dem Moment auch so sieht? Und natürlich auch alle anderen Beteiligten. Oder wie wäre es mal wieder mit Coaching beim Friseur?

Wie wäre es mit einem Gedankenexperiment Nummer 2: Wir könnten wir auch mal für einen Moment so tun, als gäbe es die Banken nicht, Geld wäre jedoch zu haben.. D.h. Wir müssten wie früher das Geld irgendwo zu Hause horten. Hätten wir mehr davon, bräuchten wir wahrscheinlich einen eigenen Tresor, von der Wachmannschaft zu schweigen. Und das bequeme Online-Banking würde auch nicht wirklich funktionieren. Das wäre dann auch der Tod für alle, die über das Internet Waren kaufen, wie Bücher bei Amazon. Es wäre einfach nicht drin. Das Schnäppchen bei Ebay? Na, vielleicht wäre das noch zu finden, aber abholen müsste man es wahrscheinlich selber. Und wer würde überhaupt die Echtheit des verwendeten Geldes garantieren? Oder wer könnte sagten, wie viel eine bestimmte Währung überhaupt Wert ist? Das Beispiel macht doch schnell klar, dass Geld und das dazugehörige System wirklich einen täglichen Nutzen hat. Unser heutiges Leben ist ohne Geld überhaupt nicht vorstellbar. Ich finde es ja selbst recht nützlich. In diesem Artikel geht es nicht um die Auseinandersetzung mit den vielen Problemen die Geld macht. Wir alle haben einen Eindruck zumindest in den letzten Monaten bekommen, was es bedeutet wenn eine ganze Industrie, die mit Geld weiteres Geld verdient (also ohne weiteren realen Gegenwert) und eben auch auf Wetten und Zocken beruht (wie wäre es mit einer Wette auf die fallenden Kurse eines Unternehmens um mehr eigenes Geld zu verdienen). Auch geht es nicht darum, wenn Menschen keine Chance erhalten, ihr eigenes Geld durch Arbeitsleistung zu verdienen. Das könnte auch viele Blogbeiträge füllen.

Mir geht es hier darum, einen anderen Gedanken auszuführen: Ich habe die Hypothese, dass es noch mehr Währungen im zwischenmenschlichen Raum gibt, die ebenfalls gehandelt werden. Man sieht sie nicht, sind also eher virtuell in der Vorstellung vorhanden, haben aber einen gewissen Wert. Stellt euch einfach mal für einen Moment vor, dass jeder Mensch dafür so etwas wie ein virtuelles Konto mit sich herum trägt. Ich plädiere für die Offenlegung der Währung „Respekt“, Respekt ist etwas, das man anderen Geben kann. Indem man sie wertschätzt und akzeptiert. Indem man etwas zum Wohl oder Nutzen anderer tut. Ich wiederhole den letzten Satz nochmal: Indem man etwas zum Wohl oder Nutzen anderer tut. Ist doch seltsam, das ist im übrigen meine Definition von guter Wirtschaft. Als IT-Unternehmer und auch als Berater & Coach bin ich immer bemüht meinen Mitmenschen einen echten Nutzen zu bieten. Manchmal verknüpft mit der Frage: Ob ich das nicht auch mit homöopathischer Dosierung auch erreichen kann, also vielleicht so, dass ein Kunde nicht von mir abhängig wird und schnell zu nachhaltigen Ergebnissen kommt. Klingt irgendwie bekannt? Ich glaube, wenn das wirklich ernst gemeint und umgesetzt wird entsteht etwas anderes: Ein Respekt Netzwerk. Es gibt eine Rückzahlung auf das eigene Respektkonto. Und je mehr Respekt man gibt, umso mehr davon erwirbt man. Kann es denn also eine Respekt-Finanzkrise geben? Möglicherweise schon. Wenn mit der Währung aus Angst, Sorge oder Gier nach einer anderen Währung nicht mehr gehandelt wird. Auch das könnte eine Analogie sein zur Finanzkrise, bei der aus Angst und Sorge der Handel mit Wertpapieren ausbleibt.

Ich plädiere hier für einen nachhaltigen Handel mit der Währung Respekt als zweite Währung. Und es wäre spannend, wie z.B. für ein Unternehmen eine Respekt-Scorecard aussieht und wie sich Vorgesetzte ihren Mitarbeitern und Vertriebsbeauftragte ihren Kunden gegenüber verhalten um eine positive Respektbilanz zu erhalten.

Tja, und? Wird sich vielleicht mancher Leser fragen: Kann ich mir davon was zu Essen kaufen, wenn mein normales Konto leer oder eingefroren ist? Das sollte sich doch bitte jeder einmal kurz selber überlegen: Denkt bitte an eure Nachbarn, die euch gegenüber Respekt empfinden. An die Kunden die ebenfalls von Leistungen und eurem Verhalten in der Vergangenheit viel von eurem Respekt erhalten haben. Vielleicht sogar an den Finanzbeamten der euch beim Finanzamt betreut und der genauso zuvorkommend und freundlich behandelt wird. Es kann sich wirklich jeder selber fragen, ob das wirklich einen Unterschied macht und vor allem welchen, wenn andere „harte“ Währungssysteme aus welchen Gründen auch immer einen Aussetzer haben oder versagen. Und welche Auswirkungen das auf unser tägliches Zusammenleben haben könnte, wenn man die eigene Respektbilanz versuchen würde zu optimieren? Was hätte das für einen Einfluss auf unsere professionellen und privaten Beziehungen? Wie nachhaltig wären diese? Wie sehr versucht man dann, in Erinnerung zu bleiben? Was würde man für andere plötzlich tun, wohl wissend, dass die eigene Respektbilanz positiv ist? Und wie gestaltet man mit der Währung Respekt die eigene Altersvorsorge? Für die Zeit, in der man körperlich nicht mehr so stark und leistungsfähig ist wie zwischen 20 und 60, dafür aber viel Erfahrung und mehr Zeit für Freunde, Familien, Kunden und Mitmenschen hat?

Die schlechte Nachricht für alle Bänker: Ich habe noch keinen Menschen gefunden, der ein komplettes System entwickelt hat um Respekt zu verwalten wie in einer gewöhnlichen Bank. Ich meine, Respekt entsteht und bedarf keiner Instanz, die ihn hütet. Wohl aber braucht eine Respektökonomie eine entsprechende Kultur, sonst sind die Respekts-Personen möglicherweise isoliert und in der Minderheit. Manchmal kann es meiner Meinung jedoch genügen, wenn man sich einfach vergegenwärtigt, wie die eigene Respektbilanz aussieht und welche strategischen und nachhaltigen Investitionen nötig sind, bevor man langfristig und dauerhaft davon zehren kann. Das Spannnende dabei ist: Man kann den Respekt leider nicht in einem Tagesgeld-Konto für 5% anlegen. Es handelt sich meine ich dabei wirklich um eine zirkuläre Ökonomie. Wer irgendwann aufhört, den Respekt zu verbreiten wird auch keinen mehr bekommen. Insofern sollte doch wirklich jeder von uns bemüht sein, seine Respekt-wirtschaftlichen Fähigkeiten auf- und auszubauen...

Und ich meine, das gilt besonders auch für unseren Berufsstand der Berater, Coaches und Trainer. Letztendlich leben wir von der Währung Respekt, den man uns in unserer Rolle in Organisationen entgegenbringt. Und auch da kann sich wirklich jeder selber fragen: Wie sehr hat ihm oder ihr eine starke Auftraggeber-Orientierung geholfen, sich den Respekt der Organisation als ganzes zu sichern? Wie helfen die eigenen Produkte, den Respekt in das eigene Handeln und die eigene Wertschöpfung zu erhöhen? Gibt es da sogar richtige „Respekt-bringer“? Wie schätzt ihr denn da eurer Portfolio ein?

Ich wäre neugierig über eure Resonanz zu dem Thema ;-)))

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