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8.5.2009

Mitarbeiter-Kommunikation in Krisenzeiten

Unternehmen sind aktuell unterschiedlich stark von der Wirtschaftskrise betroffen. Der Auftragseingang fällt um bis zu 90 Prozent. Spätestens mit der Kurzarbeit verfallen viele Mitarbeiter in eine Art Trägheit. Die Dauer für einzelne Tätigkeiten zieht sich wie Kaugummi in die Länge. Mitarbeiter schieben ihre Aufgaben vor sich her. Wer seine Aufgaben sofort erledigt, hat nichts mehr zu tun. Somit sinkt mit dem Umsatzrückgang auch die Produktivität. Management-Teams und Führungskräfte müssen hier gegensteuern. Mitarbeiterkommunikation in Krisenzeiten beruht auf den drei Erfolgsfaktoren: Umgang mit Emotionen, Gestaltung des Informationsflusses und gemeinsame Perspektive.

Jedes unerwartete Ereignis löst Emotionen aus. Ist ein unerwartetes Ereignis bedrohlich, bekommen Menschen Angst. Die Angst startet im Körper ein automatisches Programm. Die Wahrnehmung schränkt sich ein. Mit einem Tunnelblick fokussieren sie auf den Fluchtweg, um der Bedrohung zu entkommen. Die Krise als unerwartetes Ereignis wird von vielen Mitarbeitern als bedrohlich wahrgenommen. Sie leiden unter Existenzangst. Ihre Wahrnehmung ist eingeschränkt („Tunnelblick“) und Informationen von außen erreichen sie immer weniger. Das eigene Gedankenkarussell dreht sich immer schneller und zieht den Einzelnen immer weiter in die Tiefe. Hier steigen die Anforderungen an Führungskräfte gut zu zuhören, Ängste und Sorgen der Mitarbeiter ernst zu nehmen, eigene Unsicherheiten zu zugeben und auszuhalten. In Krisenzeiten können Führungskräfte Mitarbeiter nur mit Glaubwürdigkeit erreichen. Das erste Etappenziel ist, Vertrauen zu fördern und das Selbstvertrauen der Mitarbeiter zu stärken.

In Krisenzeiten steigen die Anforderungen an den Informationsfluss im Unternehmen. Wer erfolgreich informieren will, beachtet drei Dinge:

Erstens: Wer informieren will, muss sicherstellen, dass sein Gegenüber empfangsbereit ist.

Zweitens: Wer informiert ist dafür verantwortlich, dass die Information auch ankommt.

Drittens: Wer informiert hat, muss prüfen, wie die Information vom Anderen verstanden wurde.

Damit bekommt das persönliche Gespräch mit Mitarbeitern und die geführte Diskussion in Kleingruppen vor Ort im Gegensatz zu Rundschreiben und Aushängen eine entscheidende Bedeutung. Denn nur in der persönlichen Kommunikation lässt sich überprüfen, wie die Information beim Anderen angekommen ist. Erfolgreich informieren in Krisenzeiten lässt sich an Hand drei Kriterien messen: Transparenz, Zeitnähe und Regelmäßigkeit. Erhöhen Sie die Transparenz im Unternehmen. Mitarbeiter wollen wissen, wie stark das Unternehmen von der Krise betroffen ist. Mitarbeiter haben ein Recht darauf zu wissen, was auf sie zu kommt. Das schafft Vertrauen. Zeitnahe und regelmäßige Information nimmt Gerüchten und Spekulationen den Wind aus den Segeln. Das gibt Sicherheit.

Worüber soll man informieren, wenn man selbst nicht weiß, wie es weitergeht? Hier hat der Leitungskreis oder das Management-Team eine besondere Aufgaben. Es gibt kein Patentrezept für die Kommunikation in der Krise. Jedes Unternehmen muss seinen Weg finden. Ein Unternehmen, das gestärkt aus der Krise hervor geht, hat Führungskräfte, die folgende Fragen gemeinsam bearbeiten:

  • Welche symbolischen Handlungen schaffen Vertrauen?
  • Mit welchen Aktionen schaffen wir Zuversicht?
  • Auf welche Stärken können wir uns verlassen?
  • Welche herausfordernde Situationen haben wir in der Vergangenheit schon bewältigt?
  • Welche Chancen können wir aus der Krise ziehen?
  • Was müssen wir konkret tun, um die Chancen zu verwirklichen?
  • Was wollten wir schon immer mal verändern?

Die Antworten auf die genannten Fragen schaffen eine gemeinsame Perspektive. Das schafft Orientierung. Das gibt auch den kurzfristigen Aktionen eine gemeinsame Richtung. Es reicht nicht aus, nur über kurzfristige Maßnahmen zu informieren. Erst die Kommunikation einer Perspektive über die Krise hinaus wirkt der zu Anfang beschriebenen Trägheit von Mitarbeitern entgegen. Das setzt voraus, dass sich die Verantwortlichen im Unternehmen der Krise stellen. Nur dann lassen sich auch die Chancen, die in der Krise stecken, entdecken. Es fehlt also keinesfalls an Themen für eine regelmäßige Kommunikation in Krisenzeiten. Das Gebot der Krise kann nur lauten: Gemeinsam Zukunft gestalten.

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