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6.9.2013

Wir leben im Paradies

Das Leben kann so einfach sein. Between "before" and "after". Einfach genießen.

Die Aussage „Wir leben im Paradies.“ verblüfft und provoziert. Jammern und über äußere Umstände klagen scheint viel verbreiteter zu sein. Ich bin dankbar für den Fortschritt der modernen Welt in der ich lebe. Die Organisation des Lebens ist meist nur ein Mausklick entfernt. Ich bin dankbar für die Fülle der Angebote aus denen ich beim Einkaufen auswählen kann. Es gibt kaum mehr etwas, was nicht online zu bekommen ist. Außer das Leben selbst. Ich meine den Moment zwischen Vergangenheit und Zukunft. Ich meine diesen einen Augenblick, der mit allen Sinnen zu erleben ist: Morgens beim Aufwachen die Bettwärme der vergangenen Nacht spüren, die ersten Lichtstrahlen des neuen Tages sehen, Geräusche der Kaffeemaschine, Geruch von frischem Kaffee und die Freiheit ihn zu trinken oder auch nicht. Wenn sich solche Augenblicke, wie Perlen auf einer Kette aneinanderreihen, leben wir im Paradies.

Was hält uns davon ab mehr Augenblicke mit all unseren Sinnen wahrzunehmen, unsere Sinne zu füllen, sprichwörtlich „sinnvoll“ zu leben?

Wir bauen uns mit nie hinterfragten Gewohnheiten, Regeln und Überzeugungen unsere eigenen Gefängnisse. Eigene Gedanken halten uns fern vom Paradies. Eigene Gedanken hindern uns daran, den Augenblick mit allen Sinnen wahrzunehmen. Auf dem Weg zur Arbeit denken wir darüber nach, was uns heute bei der Arbeit erwartet. Tagsüber quälen uns Gedanken über die Dinge, die uns womöglich nicht gelingen könnten. Und am Ende des Tages hält uns hin und wieder unser eigenes Gedankenkarusell vom Einschlafen ab.

Einer der am weitesten verbreitetsten inneren Sätze beginnt mit „Ich muss noch...“. Dieser Gedanke löst Zeitdruck aus und baut inneren Druck auf. Er hetzt und stresst uns. Er nimmt uns die Chance den Augenblick zu genießen und lässt uns auch nicht das, was wir „müssen“, mit Freude erledigen. Damit wird er zum schlimmsten Saboteur eines „sinnvollen“ Lebens.

Die etymologische Bedeutung hat mich staunen lassen und es ist eine wundervolle Übung entstanden. Eine kleine Übung, die jeder, der diesen Gedanken „Ich muss noch...“ kennt, jederzeit in seinen Alltag einbauen kann. Mit dieser Übung leben Sie Ihr Leben mehr im Augenblick. Kennen Sie das Substantiv zu dem Verb müssen? Das Substantiv von müssen ist die Muße. Mit Muße bezeichnet man die Zeit, welche eine Person nach eigenem Wunsch nutzen kann, um sich zu erquicken und zu erbauen. Wie passt das zusammen? Ursprünglich hat „müssen“ die Bedeutung „es bietet sich mir die Gelegenheit jetzt....“. Jetzt ist die Übung ganz einfach. Jedes Mal, wenn Sie das Wörtchen „muss“ in Ihren Gedanken beobachten, ersetzten Sie es durch die Worte: „Es bietet sich mir die Gelegenheit jetzt“. Und dann entscheiden Sie sich bewusst dafür oder dagegen. Wenn Sie sich dagegen entscheiden übernehmen Sie für Ihre Entscheidung die Verantwortung und tragen Sie die Konsequenzen, die diese Entscheidung mit sich bringt. Jedoch wenn Sie sich dafür entscheiden, dann machen Sie es mit Muße. Nehmen Sie sich dafür die Zeit, die Sie brauchen und machen Sie, für was Sie sich entschieden haben, mit Hingabe. In Ihrem Leben mehren sich die mit allen Sinnen erlebten Augenblicke.

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