zurück
6.12.2013

Wir leben im Paradies (Teil 2)

Noch ein Tipp für das Paradies auf Erden

Warum mein Blog ein Vierteljahr ruhte ist ein eigener Artikel wert. Zuerst zurück ins Paradies. In meinem letzten Artikel beschrieb ich eine kleine Übung. Sie klingt so einfach. Doch was braucht es, dass sie gelingt. Mit unseren nie hinterfragten Gewohnheiten, Regeln und Überzeugungen bauen wir unser eigenes Gefängnis. Es zu verlassen, bedarf sehr viel Mut. Ich erinnere mich an eine Begebenheit.

Als Kind hatte ich einen Wellensittich. Ich pflegte ihn. Er weckte mich morgens mit seinem Gezwitscher. Wir vertrauten uns.

Eines Tages hörte ich von einem Terrassenvogel. Eine Familie stellte im Sommer, morgens ihren Vogelkäfig auf die Terrasse. Beim Frühstück im Freien öffneten sie das Türchen. Ihr Vogel kam heraus, setzte sich reihum auf die Schultern der Familienmitglieder und kehrte am Ende des Frühstücks zurück in seinen Käfig. Das war etwas besonders.

Ich fragte mich, ob mein Wellensittich wohl auch ein Terrassenvogel sei. Es ist traurig, einen Terrassenvogel sein Leben lang im Käfig zu halten. Das Gefühl machte mir Mut, es aus zu probieren. An einem wunderschönen Sommermorgen, der Himmel war blau und das Frühstück auf unserer Terrasse gerichtet. Ich stellte den Vogelkäfig ans Tischende und als wir alle am Tisch Platz genommen hatten, öffnete ich den Vogelkäfig. Mein Wellensittich kam heraus und flog auf meine Schulter. Er hüpfte auf den Frühstückstisch. Er flog auf den Ast unseres Apfelbaumes und schaute zu uns. Innerlich freute ich mich riesig. Mein Mut wurde belohnt.

Doch dann flatterten seine Flügel. Er flog über unsere Köpfe und schraubte sich kreisförmig in den Himmel bis er als kleiner schwarzer Punkt mit dem Blau des Himmels verschmolz. Ich sah ihn nie wieder. Ich war unendlich traurig. Der Schmerz ging tief.

Heute, 30 Jahre später finde ich den Wellensittich sehr mutig. Wie viel Mut es wohl braucht seinen gewohnten Käfig zu verlassen und sich in unbekanntes Terrain zu wagen. Ohne zu wissen wie es ihm ergangen ist, ich bin überzeugt, er empfand sich mindestens für einen Moment im Paradies. In zahlreichen Interviews mit alten Menschen fand John Izzo fünf Geheimnisse, die Sie entdecken sollten, bevor Sie sterben. Ein Geheimnis handelt von der Reue, es nicht gewagt zu haben. Der Wellensittich hat es gewagt.  Bei mir hat er damals Trauer und Schmerz zurückgelassen. Allein schon die Befürchtung bei anderen Schmerz auszulösen, ist auch ein Grund, warum viele Menschen es nicht wagen, sich auf ihren Weg zu machen. Eigene Gedanken halten uns fern vom Paradies. Nutzen Sie die Tage zwischen den Jahren und hinterfragen Sie Ihre eigenen Gedanken, Überzeugungen und Regeln. Am besten mit Ihren Lieben gemeinsam.

Thilos Blog abonnieren

Vielen Dank für Dein Interesse. Wir senden Dir eine Mail, die Du nur noch bestätigen musst.
Oops! Something went wrong while submitting the form.

Kontakt

Institutsprogramm

system worx
Kanalstraße 7
85774 Unterföhring
Telefon +49 89 37419593
Fax +49 89 381642829
E-Mail info@system-worx.com
Sie finden uns auch auf...