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3.3.2009

„Die Krise“ als Chance zum Paradigmenwechsel – ein Resumée des forum humanum

Der diesjährige Kongress des forum humanum bei den Heidelberger Druckmaschinen war wieder anregend und hat für viele Diskussionen gesorgt. Ein ganz persönliches Resumée rund um das Thema „Krise“.

Als wir den Kongress Mitte letzten Jahres planten war die Krise noch nicht spürbar. Wir wählten das Thema „Spielräume – Gestaltungsräume“. Der Kontext der Krise war deutlich spürbar: Klaus Hohr hat uns deutlich gemacht, wo die Gastgeberorganisation steht: Kurzarbeit ohne konkrete Aussichten auf Besserung. Auf jeden Fall ist noch mal sehr klar geworden, dass es konkrete Auswirkungen hat auf die Lebensvollzüge der Menschen. Rudi Wimmer hat klar gemacht, dass es Organisationen gibt, die im Moment schnell reagiert haben und alle hoffen, dass der Schulterschluss vor allem in Familienunternehmen deutlich spürbar ist. Beeindruckt hat mich die Metapher von Bernd Schmid: Alle tun alles mögliche in den Sauerstofftank und paddeln eher in die selbe Richtung. Fraglich ist nur, wie breit der Kanal ist, der durchschwommen werden muss. Also ob auch jemandem zwischendurch die Luft aus geht. Ein drastisches Beispiel das klar macht, dass existentielle Themen immer mehr zunehmen werden.

„Nichts ist so sicher wie die Unsicherheit“ war ein Satz den man von mehreren Vortragenden zu hören bekam. Und es gehe um die Kompetenz damit umzugehen. Das hört sich wie Hohn in den Ohren derer an, die gerade mitten im Schlammassel stecken. Ungefähr so, als müsse ein etwas tollpatschiger Bub halt lernen die Schnürsenkel zu schnüren, dann würde er nicht so recht hinfallen. In den Ohren derer, die es (noch) nicht erwischt hat hört sich das an wie eine Warnung: Lerne endlich, was Du bisher versäumt hast.

Nach Gerald Hüter muss man Menschen einladen neue Erfahrungen zu machen, sonst verlassen sie eingefahrene Autobahnen nicht. Die Einladung des Lebens ist für manch einen ziemlich drohend („das Krisenmonster“) und für manch anderen ziemlich real. Aber gibt es denn jemanden, der einem diese „neuen“ Fähigkeiten und Qualitäten zeigen und benennen kann? Also auch gerade dann, wenn man nicht weiß, wie lange der Kanal wirklich ist durch den man tauchen muss? Und gerade dann, wenn Menschen nicht wissen, wie viel Sauerstoff noch in der Flasche ist. Müsste man da nicht vielleicht auftauchen? Ballast abwerfen um an die Oberfläche zu kommen? Und was hat das für eine Auswirkung auf das Wirtschaften?

Manchmal zitiert werden da die Tugenden, die ich von den Erzählungen meiner Großmutter kannte: Beziehungen knüpfen, Tauschgeschäfte auf realer Basis zu machen usw. Wenn ich an den Fliesenlegemeister denke, der gerade bei mir mein Bad renoviert, dann frage ich mich ernsthaft, was ich ihm geben könnte als Tausch für seine Arbeit. Ein bisschen Coaching, damit er mit der körperlich schweren Arbeit besser zurecht kommt? Oder ein paar Sitzungen Karrierecoaching um festzulegen, wie er in seinem Leben seine Potenziale zur Geltung bringen kann, bevor er sich alt und krumm geschuftet hat?

Gerald Hüther hat so schön beschrieben, dass wir aus seiner Sicht an einem historischen Moment angekommen sind: Die Gesellschaft die bisher ausschließlich in großem Stil Ressourcen genutzt hat könne sich nun auf etwas neues besinnen: Potenziale zum blühen bringen. Dort wo die Ressource z.B. Geld und Aufträge nun fehlen um im alten Stil einfach weiter zu machen geht es darum neue Wege zu gehen. Und hoffentlich eben nicht ins alte Muster zu verfallen und eben wieder nur weitere bzw. andere Ressourcen zu nutzen. Und die Welt in einem neuen Licht zu sehen. Wie wäre es, wenn man die Zeit wieder mit Müßiggang füllt und nicht mit allerlei Zeitsparmaschineritis und Stress? Wie wäre es, wenn man fortan das Leben wieder geniessen könnte? Ja, wäre schön. Mit was zu essen und einem Dach über dem Kopf und einer Aufgabe im Leben, die einen gut ausfüllt.

Ich bin jedenfalls gespannt auf das was die Jahre bringen und neugierig auf Gerald, Bernd und Rudi und darauf, wie sich ihr und unser Blick auf die Welt verändert.

Zwischenzeitlich will ich alles dafür tun um Menschen in Veränderungsprozessen zu begleiten damit sie es überstehen und sich im Neuen wiederfinden und ich einer Aufgabe nach gehe für die ich geboren wurde. Und auch da bin ich gespannt, wie mir das in den nächsten Jahren gelingt.

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